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KI-Sichtbarkeit messen: So prüfen Sie, ob KI-Assistenten Ihr Unternehmen kennen

Bevor Sie in KI-Sichtbarkeit investieren, sollten Sie wissen, wo Sie stehen. Einen ersten belastbaren Eindruck bekommen Sie ohne Werkzeuge, mit etwa einer Stunde Zeit und einem festen Vorgehen. Dieser Artikel zeigt es Schritt für Schritt.

Veröffentlicht am 18. August 2026, von Maksymilian Jamroz

„Kennt ChatGPT mein Unternehmen?" ist eine der häufigsten Fragen, die wir hören. Die gute Nachricht: Sie können sie selbst beantworten. Die weniger gute: Eine einzelne Abfrage sagt wenig aus. Was zählt, ist ein wiederholbares Vorgehen.

Vorab: Was Messen hier bedeutet, und was nicht

Für die klassische Suche existiert eine ausgereifte Messlandschaft, allen voran die Google Search Console. Für KI-Assistenten gibt es nichts Vergleichbares. Kein Anbieter zeigt Ihnen, wie oft Ihr Unternehmen in Antworten genannt wurde. Die Messung von KI-Sichtbarkeit ist ein junges Feld, und jede seriöse Aussage dazu beginnt mit diesem Eingeständnis.

Was Sie stattdessen tun können: Stichproben nehmen, sie dokumentieren und regelmäßig wiederholen. Das klingt bescheiden, reicht aber aus, um die entscheidenden Fragen zu beantworten: Werde ich genannt? Stimmen die Angaben? Und wer wird stattdessen genannt?

Der Selbst-Audit in vier Schritten

Schritt 1: Stellen Sie die Fragen Ihrer Kunden

Öffnen Sie ChatGPT, Perplexity und Gemini und stellen Sie die Fragen, die Ihre Kunden stellen würden. Nicht Ihren Firmennamen zuerst, sondern die Kategorie: Leistung plus Region plus Situation. Ein paar Beispiele als Muster:

  • „Welche Anbieter für barrierefreie Websites in Wien sind empfehlenswert?"
  • „Wer hilft einem Handwerksbetrieb in Linz, bei Google besser gefunden zu werden?"
  • „Ich suche eine Agentur für Reputationsmanagement in Österreich. Welche kommt infrage?"
  • „Welche Steuerberatung in Graz ist auf Ärzte spezialisiert?"
  • „Was weißt du über [Ihr Firmenname] in [Ihre Stadt]?"

Variieren Sie die Formulierungen, denn schon kleine Änderungen führen zu anderen Antworten. Notieren Sie bei jeder Antwort drei Dinge: Wird Ihr Unternehmen genannt? Welche Quellen werden verlinkt? Und stimmen die Angaben über Sie, falls welche gemacht werden?

Schritt 2: Prüfen Sie die KI-Übersichten von Google

Suchen Sie bei Google nach Ihren wichtigsten Suchanfragen und achten Sie darauf, ob oberhalb der Ergebnisse eine KI-Übersicht erscheint. Falls ja: Wird Ihre Website als Quelle angeführt? KI-Übersichten erscheinen nicht bei jeder Anfrage und nicht bei jedem Nutzer gleich, auch das gehört zur Wahrheit. Prüfen Sie deshalb mehrere Anfragen und werten Sie das Muster aus, nicht den Einzelfall.

Schritt 3: Prüfen Sie Ihren Entitäts-Fußabdruck

KI-Systeme schöpfen aus öffentlichen Quellen. Prüfen Sie deshalb, was diese Quellen über Sie sagen:

  • Ist Ihr Google-Unternehmensprofil vollständig, bestätigt und aktuell?
  • Stehen Name, Adresse und Telefonnummer in den wichtigsten Branchenverzeichnissen, und zwar überall identisch?
  • Beschreibt Ihre eigene Website klar, was Sie anbieten und für wen?

Zu Wikipedia ein ehrliches Wort: Für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen ist ein eigener Wikipedia-Artikel weder erreichbar noch nötig, die Relevanzkriterien sind streng. Dasselbe gilt für Wikidata, ein Eintrag dort ist nur sinnvoll, wenn belastbare externe Quellen existieren. Lassen Sie sich keinen Wikipedia-Eintrag verkaufen. Gepflegte Verzeichnisse und ein vollständiges Unternehmensprofil bringen mehr.

Schritt 4: Dokumentieren Sie alles

Halten Sie zu jeder Abfrage fest: Datum, System, exakte Frage, Antwort als Screenshot, genannte Wettbewerber. Erst diese Dokumentation macht aus einer Spielerei eine Messung, denn nur so können Sie in drei Monaten dieselben Fragen stellen und Veränderungen erkennen.

Warum Ihre Ergebnisse schwanken

Stellen Sie dieselbe Frage zweimal, bekommen Sie oft zwei verschiedene Antworten. Das ist kein Fehler Ihrer Messung, sondern liegt in der Natur der Systeme: Sprachmodelle formulieren jede Antwort neu, Modellversionen wechseln, Standort und bisheriger Gesprächsverlauf beeinflussen das Ergebnis, und ob das System live im Web sucht, entscheidet es teils von Fall zu Fall.

Daraus folgt die wichtigste Regel dieses Artikels: Eine einzelne Abfrage ist eine Momentaufnahme, keine Kennzahl. Belastbar wird das Bild erst durch Wiederholung, mit denselben Fragen, über Monate.

Eine monatliche Routine, die Sie selbst schaffen

Mehr als 30 bis 60 Minuten im Monat braucht es nicht:

  • Legen Sie einen festen Katalog von zehn bis fünfzehn Testfragen an, aus Kundensicht formuliert.
  • Stellen Sie diese Fragen einmal im Monat denselben Systemen: ChatGPT, Perplexity, Gemini, dazu die Google-Suche mit KI-Übersicht.
  • Tragen Sie in eine einfache Tabelle ein: genannt ja oder nein, Angaben korrekt ja oder nein, zitierte Quelle.
  • Notieren Sie daneben, welche Wettbewerber auftauchen.

Nach drei bis sechs Monaten zeigt diese Tabelle einen Trend, und genau der ist die Kennzahl, mit der sich arbeiten lässt. Ob sich die Werte verbessern, hängt an den Grundlagen: Welche das sind, erklärt unser Artikel Was ist Generative Engine Optimization?

Wann sich Werkzeuge lohnen

Inzwischen entsteht ein Markt von Werkzeugen, die solche Abfragen automatisiert und in großer Zahl ausführen. Sinnvoll wird das, wenn Sie viele Standorte, mehrere Märkte oder einen systematischen Wettbewerbsvergleich abdecken wollen. Für die meisten Unternehmen gilt aber: erst manuell verstehen, was gemessen wird, dann automatisieren. Die Werkzeuglandschaft ist so jung wie das Feld selbst, Anbieter kommen und gehen. Wer vorher selbst gemessen hat, kann beurteilen, ob ein Werkzeug sein Geld wert ist.

Und wenn die Ergebnisse ernüchternd ausfallen? Dann wissen Sie jetzt, woran Sie sind, und das ist der beste Startpunkt. Wie Sie Maßnahmen sinnvoll reihen, steht im Artikel SEO vs. GEO, die technische Grundlage dafür bauen wir mit präzisem SEO. Oder Sie fragen uns direkt, was Ihre Messwerte bedeuten.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zur Messung

ChatGPT, Perplexity und Gemini decken die wichtigsten Nutzergruppen ab, dazu die KI-Übersichten in der Google-Suche. Wenn Ihre Kunden in Unternehmen mit Microsoft-Umgebung arbeiten, nehmen Sie Copilot dazu. Mehr Systeme bedeuten mehr Aufwand, aber selten mehr Erkenntnis.

Korrigieren Sie die Quellen, aus denen die Systeme schöpfen: die eigene Website, das Google-Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse. Fehler, die aus der Live-Recherche stammen, verschwinden oft, sobald die Quelle korrigiert ist. Fehler aus dem Trainingswissen halten sich hartnäckiger und verschwinden meist erst mit neuen Modellversionen. Umso wichtiger, dass die öffentlichen Quellen ab heute stimmen.

Nein. Eine einzelne Prüfung zeigt nur den Ausschnitt eines Tages, und die Antworten derselben Systeme ändern sich laufend. Aussagekraft entsteht erst durch Wiederholung mit denselben Fragen im Monatsrhythmus. Erst dann sehen Sie, ob sich Ihre Sichtbarkeit bewegt, und in welche Richtung.

Nein, Stand heute nicht. Es gibt keinen offiziellen Wert wie eine Ranking-Position. Der pragmatische Ersatz ist die Nennungsquote über einen festen Fragenkatalog: Bei wie vielen Ihrer Testfragen wird Ihr Unternehmen genannt? Diese Quote ist selbst gebaut, aber konsistent erhoben ist sie das ehrlichste Maß, das derzeit existiert.

Gemessen, aber unsicher, was es bedeutet?

Schicken Sie uns Ihre Notizen aus dem Selbst-Audit. Wir ordnen die Ergebnisse ein und sagen Ihnen, welcher Schritt bei Ihnen den größten Hebel hat.